SchUM = Speyer, Worms, Mainz
Das SchUMobil ist ein innovatives Vermittlungsmodul, entwickelt von der Stadt Worms in Kooperation mit dem SchUM-Städte e.V., das das UNESCO-Welterbe SchUM im öffentlichen Raum erlebbar macht. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen universellen Bedeutung und als einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur und Tradition in Europa wurden die SchUM-Stätten – also der Judenhof in Speyer, der Synagogenbezirk und der Friedhof "Heiliger Sand" in Worms sowie der Alte Jüdische Friedhof in Mainz – am 27. Juli 2021 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Es ist das erste jüdische Welterbe Deutschlands und würdigt die tiefen Wurzeln und den prägenden Einfluss dieser Gemeinden auf das europäische Judentum.
Als Teil einer Reihe geplanter, beweglicher Informations- und Erlebnisplattformen dient das SchUMobil dazu, Bürgern und Gästen ortsunabhängig Wissen über SchUM und das reiche jüdische Leben zu vermitteln. Szenograf Frank Dittmann konzipierte den mobilen Infostand als Prototypen, um verschiedene Inhalte und Standorte flexibel zu testen.
Oberbürgermeister Adolf Kessel betont, dass das SchUMobil das jüdische Erbe der Stadt Worms noch sichtbarer präsentiert. Das Angebotsspektrum umfasst Informieren, Teilhaben, Spielen und Genießen, wodurch ein niedrigschwelliger und interaktiver Zugang zur Thematik geschaffen wird.

Interaktive Ebenen: SchUM spielerisch und informativ entdecken

Das SchUMobil nimmt Besucher mit auf eine dreistufige Reise durch das UNESCO-Welterbe SchUM. Die erste Ebene bietet eine grundlegende Orientierung zu "Was ist SchUM?", den Welterbestätten in Speyer, Worms und Mainz sowie deren Einzigartigkeit. Die zweite Ebene lädt mit interaktiven Mitmachstationen zum Entdecken ein: Drehscheiben, ein Globus und ein Kreuzworträtsel ermöglichen es, SchUM spielerisch im regionalen und globalen Kontext zu verstehen. Für diejenigen, die tiefer eintauchen möchten, hält die dritte Ebene im Inneren des Mobils "Wusstest Du schon?"-Karten bereit. Diese bieten zusätzliche Informationen und kurze Anekdoten über die jüdische Kulturgeschichte, von Berühmtheiten bis zu kuriosen Ereignissen, und vertiefen das Wissen über dieses einzigartige Erbe.
Wormser Initiative mit großer Relevanz
Das SchUMobil ist ein Projekt, das die Stadt Worms in Zusammenarbeit mit dem Verein SchUM-Städte e.V. ins Leben gerufen hat, finanziert und medial kommuniziert hauptsächlich durch das Programm „Worms wird WOW!“. Kulturkoordinator Dr. David Maier ist seitens der Stadt Worms für das Projekt verantwortlich, während seine Kollegin Laura Karnasch das Vermittlungskonzept entwickelte und nun als Projektmanagerin des SchUM e.V. die weitere Betreuung übernimmt. Der Entwurf und die Szenografie stammen vom Züricher Atelier Frank Dittmann. Umgesetzt wurde das skurrile Mobil von der Hochheimer Holzwerkstatt Schäfer e.K.
Durch seine temporäre Platzierung im öffentlichen Raum, wie etwa auf dem Wormser Weihnachtsmarkt, dem Marktplatz oder bei Veranstaltungen macht das SchUMobil die regionale Verankerung und die globale Relevanz des jüdischen Welterbes für ein breites Publikum zugänglich. Finanziert, organisiert und koordiniert wird das Mobil seitens Worms, genutzt wird es selbstverständlich aber auch in und von den SchUM-Partnerstädten Mainz und Speyer. Es ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie lokale Initiativen das Bewusstsein für kulturelles Erbe stärken können.

